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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Heilbronn

Der Gipskeuper prägt den Untergrund von Heilbronn maßgeblich. Unterhalb des Kiliansplatzes und entlang der Neckarufer wechseln sich ausgelaugte Residualböden mit klüftigem Fels in wenigen Metern Tiefe ab. Ein Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) liefert hier Kennwerte, die Laborversuche allein nicht abbilden können – die Kluftdurchlässigkeit entscheidet über Wasserhaltung und Dichtungsmaßnahmen. In den Auenlehmschichten des Neckartals, wo der Grundwasserspiegel jahreszeitlich zwischen 2 und 5 Meter unter GOK schwankt, haben wir in über 60 Messstellen die hydraulische Leitfähigkeit direkt im Bohrloch bestimmt. Für Bauvorhaben auf den Höhenlagen oberhalb von 250 m ü. NHN, etwa im Bereich des Wartbergs, kombiniert unser Team den Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) mit einem vorgeschalteten CPT-Versuch, um den Schichtenaufbau vor der Teststrecke exakt zu kennen.

Im Heilbronner Gipskeuper messen wir Kluftdurchlässigkeiten, die um den Faktor 50 über der Matrixdurchlässigkeit liegen – ein reiner Laborversuch würde die Baugrubenwasserhaltung falsch dimensionieren.

Methodik und Umfang

Die Norm DIN 18130-1 bildet das Grundgerüst für die Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts im Feld, während wir für die Felsdurchlässigkeit nach Lugeon das Verfahren gemäß der Empfehlungen des Arbeitskreises „Versuchstechnik Fels" der DGGT anwenden. In Heilbronn ist das Zusammenspiel beider Methoden besonders relevant: Unter dem quartären Kies des Neckartals steht oft verwitterter Lettenkeuper an, dessen Trennflächengefüge eine Anisotropie der Durchlässigkeit erzwingt. Ein reiner Lefranc-Versuch im Lockergestein unterschätzt dann die laterale Wasserwegigkeit. Unsere Auswertung berücksichtigt Formbeiwerte nach Hvorslev für die jeweilige Filterstreckengeometrie und dokumentiert die stationären wie instationären Versuchsphasen lückenlos. Ergänzend ziehen wir bei bindigen Zwischenlagen die Atterberg-Grenzen heran, um die Plastizität der Schichten mit den gemessenen kf-Werten zu korrelieren. Jeder Versuch wird mit einem kalibrierten Drucksensor mit einer Auflösung von 0,1 mbar aufgezeichnet. Die Berichte enthalten die grafische Darstellung der Zu- bzw. Abschwingkurve sowie die Umrechnung auf eine Bezugstemperatur von 10 °C nach DIN 18130-1. Bei Projekten mit tiefen Baugruben im Stadtgebiet Heilbronn, wo die Wasserhaltung behördlich streng überwacht wird, fließt die Auswertung direkt in den Baugrubenaushub ein, um das Entwässerungskonzept belastbar zu dimensionieren.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Heilbronn

Standortspezifische Faktoren

Das Neckartal bringt eine hydraulische Konstellation mit, die bei unzureichender Erkundung teuer wird: Hochdurchlässige quartäre Kiese liegen direkt auf geringdurchlässigem Lettenkeuper, bei Hochwasser drückt Grundwasser von unten in die Baugrube. Fehlt ein belastbarer Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon), wird die Auftriebssicherheit der Sohle falsch eingeschätzt. Noch kritischer ist der ausgelaugte Gipskeuper: Subrosionsprozesse erzeugen unregelmäßige Hohlräume, in denen das Lugeon-Testergebnis sprunghaft zwischen 1 und 50 Lugeon-Einheiten wechseln kann – ein mittlerer kf-Wert ist hier irreführend. Wir dokumentieren deshalb jede Druckstufe einzeln und interpretieren den Kurvenverlauf auf Anzeichen von Kluftaufweitung oder hydraulischem Fracking. Bei Bauvorhaben im Einflussbereich von Neckar und Schozach empfehlen wir, den Versuch sowohl in der Trockenperiode als auch nach mehrtägigen Niederschlägen zu wiederholen, um die Schwankungsbreite der Durchlässigkeit statistisch abzusichern. Wer im Heilbronner Stadtgebiet tiefer als 3 m unter GOK gründet und auf einen Felddurchlässigkeitsversuch verzichtet, riskiert Nachforderungen des Wasserwirtschaftsamts, die den Zeitplan um Wochen werfen.

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Normativer Rahmen

DIN 18130-1: Baugrund, Untersuchung von Bodenproben; Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts – Teil 1: Laborversuche und Feldversuche, DGGT-Empfehlung „Versuchstechnik Fels" des AK 3.3 (Lugeon-Test), DIN EN ISO 17892-11: Laborversuche an Bodenproben – Bestimmung der Durchlässigkeit mit konstanter und fallender Druckhöhe

Verwandte Dienstleistungen

01

Lefranc-Versuch im Bohrloch

Stationärer oder instationärer Test in Lockergesteinen nach DIN 18130-1. Filterstrecke zwischen 0,5 und 2,0 m Länge, Messung mit elektronischem Drucksensor. Auswertung inklusive Formbeiwert-Korrektur nach Hvorslev und Temperaturkompensation auf 10 °C. Ideal für kiesige Neckar-Sande und Auenlehme.

02

Lugeon-Test im Fels

Fünfdruckstufen-Versuch im geklüfteten Fels (1-2-3-5-10 bar) mit automatischer Durchflussaufzeichnung. Auswertung nach Lugeon-Einheiten und Analyse des Kluftverhaltens (Aufweitung, Auswaschung, turbulente Strömung). Standardeinsatz im verwitterten Muschelkalk und Gipskeuper der Heilbronner Höhenlagen.

03

Kombipaket Durchlässigkeit und CPT

Kombination aus Drucksondierung (CPT) und Felddurchlässigkeitsversuch in einem Arbeitsgang. Die CPT-Spitze liefert den Schichtenaufbau, der Lefranc-Versuch den kf-Wert – ohne separates Bohrloch. Bewährt für Baugruben im Neckartal, wo Spundwandreibung und Wasserhaltung gleichzeitig zu bemessen sind.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Versuchsart LockergesteinLefranc (konstante / fallende Druckhöhe)
Versuchsart FelsLugeon (5 Druckstufen à 10 min)
Messbereich kf1×10⁻³ bis 1×10⁻⁸ m/s
Filterstrecke Standard0,5 m – 2,0 m (verrohrt)
Druckstufen Lugeon1, 2, 3, 5, 10 bar (stufenweise)
TemperaturkorrekturBezugstemperatur 10 °C (DIN 18130-1)
Berichtsumfang4 Seiten inkl. Diagramm und kf-Tabelle
Dauer Regelauswertung4 Werktage nach Feldversuch

Häufige Fragen

Wann ist in Heilbronn ein Lugeon-Test nötig und wann reicht ein Lefranc-Versuch?

Der Lugeon-Test kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Untergrund aus klüftigem Fels besteht – in Heilbronn typisch für die Schichten des Oberen Muschelkalks und des Gipskeupers ab etwa 4–6 m Tiefe. Der Lefranc-Versuch wird in Lockergesteinen wie den Neckarkiesen oder Auenlehmen gefahren. In der Praxis fahren wir oft beide Tests in einem Bohrloch: Lefranc in der Deckschicht, Lugeon im darunter anstehenden Fels. Entscheidend ist die Bohrgutansprache vor Ort – sobald der Kern Gewinn zeigt, wechseln wir auf Lugeon.

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Heilbronn?

Ein einzelner Lefranc- oder Lugeon-Versuch im bestehenden Bohrloch liegt zwischen €510 und €890, abhängig von der Testtiefe, der Anzahl der Druckstufen und dem Auswerteaufwand. Bei mehreren Tests im selben Bohrloch oder in Kombination mit einer Drucksondierung reduzieren sich die Kosten pro Versuch. Jedes Angebot wird projektspezifisch kalkuliert, da die Untergrundverhältnisse im Stadtgebiet stark variieren.

Wie lange dauert die Auswertung eines Felddurchlässigkeitsversuchs?

Den vollständigen Bericht mit Diagramm, kf-Tabelle und Interpretation erhalten Sie innerhalb von 4 Werktagen nach Abschluss des Feldversuchs. In dringenden Fällen – etwa wenn der Aushub bereits läuft und die Wasserhaltung angepasst werden muss – liefern wir die Kennwerte vorab per E-Mail, oft schon am Folgetag. Die Feldmessung selbst dauert pro Teststrecke zwischen 40 und 90 Minuten, je nach Durchlässigkeit und Anzahl der Druckstufen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Heilbronn und Umgebung.

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