Die DIN 4022 und die DIN EN ISO 17892-4 geben den Rahmen vor, doch der Baugrund in Heilbronn stellt eigene Fragen. Am Fuße des Wartbergs oder in den Auen des Neckars treffen wir auf Böden, die eine präzise Korngrößenanalyse unverzichtbar machen. Das Labor unseres geotechnischen Teams hat in den letzten Jahren Hunderte Proben aus dem Stadtgebiet ausgewertet – von der Auffüllung im Industriegebiet Böllinger Höfe bis zu den quartären Kiesen in der Innenstadt. Eine reine Siebung reicht hier oft nicht. Sobald der Feinkornanteil steigt, kommt das Aräometer ins Spiel. Wer im Heilbronner Becken gründet, braucht die volle Kornverteilungskurve, um Vernässungshorizonte und Tragfähigkeitsreserven zu erkennen. Für komplexere Baugrundmodelle kombinieren wir die Laborergebnisse mit dem CPT-Versuch, wenn die Schichtenfolge lückenlos aufgezeichnet werden muss, und ergänzen bei Bedarf die Atterberg-Grenzen zur plastischen Einordnung bindiger Horizonte.
Die Sieblinie entscheidet über Frostsicherheit und Filterstabilität – im Heilbronner Neckartal ein kritischer Faktor bei jedem Aushub.
Methodik und Umfang
Standortspezifische Faktoren
Der Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Nähe des Heilbronner Hauptbahnhofs stand auf historischer Neckar-Auffüllung. Die erste Bodenansprache ließ einen gut abgestuften Kies vermuten. Erst die Schlämmanalyse zeigte 18 Prozent Schluff im Feinanteil – ein stiller Hinweis auf kapillare Wasserbindung und Frostempfindlichkeit. Ohne diese Korngrößenanalyse wäre die Gründung auf einem frostsicheren, aber falsch eingeschätzten Material geplant worden. Die Folge: unerwartete Hebungen im ersten Winter, Risse in der Bodenplatte. Solche Szenarien lassen sich im Heilbronner Stadtgebiet systematisch vermeiden, wenn vor der Bemessung von Frostschürzen und Dränagen die Sieblinie vorliegt. Auch bei der Filterbemessung von Dränleitungen im Grundwasser des Neckartals ist die Kornverteilung die einzige Grundlage, um Kolmation und Versagen der Bauwerksentwässerung auszuschließen.
Video-Überblick
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 17892-4:2017 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18123:2011-04 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 4022-1:1987-09 – Baugrund und Grundwasser – Benennen und Beschreiben von Boden und Fels, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau
Verwandte Dienstleistungen
Trockensiebung nach DIN
Klassische Siebanalyse für Grob- und Mischböden. Geeignet für rollige Böden ab Korngröße 0,063 mm. Schnelle Durchlaufzeit, ideal für Baugruben im Kies des Neckartals und für die Bewertung der Verdichtbarkeit von Tragschichten.
Kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse
Vollständige Kornverteilungskurve inklusive Feinstkornanteil. Das Aräometerverfahren erfasst den Schluff- und Tonanteil und ist bei Auelehmen, verwittertem Keuper und allen bindigen Böden in Heilbronn zwingend erforderlich für die Frostsicherheitsbewertung und die Plastizitätsabschätzung.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse nach DIN in Heilbronn?
Für eine kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 im Raum Heilbronn können Sie mit Kosten zwischen 110 € und 190 € pro Probe rechnen. Der Preis hängt vom Anteil an Fein- und Grobkorn ab, da aufwändige Schlämmanalysen mehr Laborzeit erfordern. Bei größeren Probenumfängen im Rahmen eines Baugrundgutachtens erstellen wir ein Pauschalangebot.
Wann reicht die Siebung und wann brauche ich das Aräometer?
Die reine Trockensiebung genügt, wenn der Boden augenscheinlich frei von Feinkorn ist – etwa bei den enggestuften Neckarkiesen. Sobald der Schluff- oder Tonanteil über 5 Prozent liegt, was bei den Auenablagerungen und Keuperverwitterungsböden in Heilbronn häufig vorkommt, ist die Schlämmanalyse mit dem Aräometer nach DIN 18123 zwingend nötig. Nur so lassen sich Frostempfindlichkeit und Durchlässigkeit korrekt beurteilen.
Wie viel Probenmaterial benötigt das Labor aus Heilbronn?
Bei rolligen Böden mit Größtkorn bis 31,5 mm reichen etwa 500 g bis 1000 g. Liegen gröbere Anteile oder viele Steine vor, benötigen wir bis zu 2000 g. Die Probe sollte gestört und luftdicht verpackt sein. Unser Labor kann das Material direkt am Bohrpunkt in Heilbronn entgegennehmen oder Sie senden es per Kurier.
Welche Bodenkennwerte liefert die Korngrößenanalyse für den Statiker?
Aus der Kornverteilungskurve werden der Ungleichförmigkeitsgrad Cu und der Krümmungswert Cc abgeleitet. Diese Kennwerte klassifizieren den Boden nach DIN 18196 und geben dem Tragwerksplaner Hinweise zur Scherfestigkeit, Verdichtbarkeit und Frostempfindlichkeit. Zusammen mit der Atterberg-Grenzen-Bestimmung und dem Plattendruckversuch erhalten Sie ein vollständiges Bild des Baugrunds.
